Verfasst von: Sylvia | 25. Juni 2009

Meine Geschichte Teil 4 – Vom Ende, Neubeginn und das Leben geht weiter

Haben Sie schon einmal eine Entscheidung getroffen, ohne dass irgend Jemand in Ihrem Umfeld es nicht besser wüsste oder gar schwarz malt? Ja? – Dann können Sie sich glücklich schätzen.

Ich jedenfalls hörte genug Warnungen, gute Ratschläge, Durchhalteparolen – aber für meinen alten Arbeitsplatz! Einhellige Meinung meines Umfeldes: sie muss total verrückt sein. In der sich abzeichnenden Wirtschaftskrise einen sicheren Job zu schmeißen und was ist mit der Rente?

Ehrlich gestanden, ich mochte es einfach nicht mehr hören! Kaum einer sagte: Wow, ich bewundere Deinen Mut oder Klasse, das schaffst Du schon! Und gerade auch aus diesem Grunde habe ich mich durchgerungen, durchgebissen, durchgehalten, durchgestartet, diesen neuen Abschnitt in meinem Leben für mich durchgesetzt und alle Mühen durchlitten und letztendlich das Projekt durchgezogen.

Wer weiß noch was mit dem Wörtchen „durch“ davor?

Also, wie schon geschrieben: ich habe in der Firma gekündigt. Es hat sehr weh getan, war doch alles jahrelang wie ein Zuhause für mich, die Kolleginnen und Kollegen wie gute Freunde, andererseits löste es ein befreitendes Gefühl in mir aus. Denn diese ganzen Reibereien mit dem Chef gingen nicht spurlos an mir vorüber. Ich wurde immer öfter krank und ging trotzdem arbeiten. Mein Pflichtgefühl ließ sich nicht einfach abschütteln, heute weiß ich, es war alles für die Katz`.

In den zwei Monaten bis zur Geschäftseröffnung arbeitete ich loyal weiter, die erste Nachfolgerkandidatin wusste alles, kannte alles, konnte alles – bis auf eins: nichts in die Praxis umsetzen.  Anfang Januar hatte es sich sowieso erledigt und die Nächste hatte zwei Wochen Zeit bis zu meinem Ende in der Firma. An Urlaub war nicht zu denken und so ging ich mit 16 Tagen Urlaubsanspruch und mit dem Gedanken der finanziellen Rücklage des Januargehaltes  in meine neue Zeit als Selbständige mit dem  „Das Honiglädchen“ in Tübingen.

Alles kam anders: zunächst mal mein Gehalt nicht, auch mussten Mutter und Tochter sich geschäftlich zusammenraufen. Die Kosten für das Haus wachsen mir bald, ach eigentlich schon jetzt über den Kopf.

Noch bin ich weit entfernt von der gesteckten Soll-Zahl an Umsatz und der Kampf um die Existenz geht weiter. Jedoch hier in Tübingen in der Schmiedtorstraße bin ich angekommen, wurde von meinen nachbarlichen Geschäftskollegen angenommen, hier bewege ich mich unter Freunden und zu meinen Interview-Partnern für die Zeitungsartikel ist es auch nicht weit.

Fazit: Es war ein langer Weg für mich bis Tübingen und meinem eigenen Geschäft und es wird in den nächsten Monaten nicht einfacher werden. Und doch – ich bereue diesen Schritt nicht. Ich gestalte mir im Rahmen des Möglichen mein Leben selber und gibt es auch viele Höhen und Tiefen, ich weiß nur eins: Ich werde es schaffen!

Ihre / Eure Sylvia Wollny



Einen Kommentar hinterlassen

Ihre Antwort:

Kategorien